28. oktober 2010 - 29. juli 2011

Dienstag, 4. Januar 2011

flachfliegen-resumieren-zuschauen


nachdem wir am neunundzwanzigsten abends unsere vier wände betraten, riss es mich dahin und ich war scheinbar augenblicklich krank, legte mich ins bett und hoffte, dass die nacht nicht allzu dramatisch werden würde. am nächsten morgen lag die dicke grippe neben mir und fiel mir schwer mich zu bewegen. so blieb ich den ganzen tag über im bett und versuchte mir einzureden, dass es bald vorbei geht. die kommende nacht wurde nicht besser und plötzlich brach der letzte tag des jahres an und mein kopf war tonnenschwer. immerhin konnte ich an diesem einunddreißigsten wieder aufrecht sitzen und hatte wieder kraft für die dinge des alltags. große sprünge zu silvester waren dennoch nicht möglich und so stoß ich um zwölf deutscher zeit mit den anderen auf den deutschen jahreswechsel an und entließ sie kurze zeit später nach quito. ich blieb zurück, weil meine kraft nicht ausreichte und ich war froh, denn laute musik und viele menschen hätte ich nicht ertragen können. ich zündete kerzen an, hörte favorisierte musik und schrieb mein jahresresumé das erste mal noch im selben jahr und genoss die ruhe. anschließend schrieb ich drei dinge, die ich nicht in mein neues jahr überführen möchte auf drei zettel und gegen halb zwölf klopfte es an der tür und die chefs luden mich aufs dach zu einer ruhigen runde ein. als ich die dachterrasse betrat stand dort ein liebevoll gedeckter tisch mit wein, brot, gemüse und kerzen. ein silvestertisch unter freiem himmel. wir saßen einige minuten und genossen den moment als es plötzlich um zwölf wurde und die raketen in den nachthimmel schossen. noch schnell verbrannte ich mein altes jahr mit hilfe der drei zettel und schnell war der himmel über cumbayá völlig erhellt von raketenfarben. die meisten familien in ecuador basteln sich große puppen, die dann mit den lasten des alten jahres gefüllt und anschließend verbrannt werden. dieses ritual habe ich sozusagen im kleinen durchgeführt, nur ohne puppe. und bisher war auch keines der drei dinge, die ich nicht mehr haben möchte zu sehen. es scheint geholfen zu haben. später standen wir noch lange unter dem leuchtenden himmel und schauten uns die lichter an, bevor ich seelig und ruhig in mein bett ging. in ecuador sind silvestersachen sehr teuer und so war es schnell wieder ruhig am himmel. für mich war es genau das richtige silvester, ohne große sprünge oder abenteuer, so ging das jahr für mich sehr zufrieden zu ende.

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