an diesem zweiten advent tickten die uhren in der wg der via lactea nach einer langen nacht auf quitos straßen etwas langsamer als gewöhnlich. in quito sind in diesen tagen nämlich einige festivitäten im gange, denn am sechsten dezember, am selben tag, an dem in deutschland die schuhe mit nüssen und süßem gefüllt werden, jährt sich die gründung der ecuadorianischen hauptstadt zum vierhundertsechsundsiebzigsten mal. aus diesem anlass wird bereits tage im voraus, genau genommen seit dem zweiten dezember, heftig gefeiert und es gibt sowohl zahlreiche konzerte, paraden als auch andere kuriose feiern. die altstadt und weite teile der umliegenden viertel sind beinahe verstopft und voller jubelei ob des jahrestags. wir ließen uns eine nacht lang mitreißen und konnten die dynamik einer ganzen stadt live miterleben. wir sahen ein konzert, tanzten und schoben uns durch die menschenmassen auf der ronda. alles in allem eine gute nacht.
jedenfalls wurde heute ausgeschlafen, allerings auch nicht allzu lange, denn die sonne war schon früh auf, sie lockte und kitselte, flüsterte leise "aufstehen und rauskommen". das war grund genug mich mit einem ruck aus dem bett zu schwingen und quasi ohne umwege die richtung des daches einzuschlagen. die sonne gab ihr bestes und strahlte mit dem größtenteils blauen himmel um die wette, während meine spanischvokabeln und ich in sommerlicher entspannung das ambiente genossen. zugegeben, für einen zweiten advent eine eher ungewöhnliche beschreibung aber hier offensichtlich die regel. was den weiteren tagesverkauf betrifft: es gab noch eine runde fussball auf dem dach in der nachmittagssonne, gefolgt von einem kleinen ausflug ins café. dann wurde es plötzlich dunkel und die zwei lichter wurden im beisein kitschiger weihnachtsmusik entzündet und brennen immer noch. jedoch wird die müdigkeit heute abend siegen und der schlaf zieht im haus ein. dieses war ein über alle maßen unaufgeregter zweiter advent.
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