erst eins....so heißt es und so ist es, auch hier in ecuador ist erster advent obwohl es sich wenig besinnlich anfühlt, denn die palmen vor der tür stören dabei offenbar zu sehr. allerdings ist das wetter heute auch nicht ganz so traumhaft wie man es sich vorstellen könnte an einem sonntag in ecuador. den ganzen tag ziehen schon diverse kleine, große oder monströse aber immer schwarze wolken über uns hinweg, die sich in willkürlichen abständen enladen. ein gewitter sorgte, zumindest bei mir, kurzzeitig für einen anflug eines gemütlichen adventgefühls. in der villa setzen wir an diesem ersten advent auf dezenten wandschmuck und zwei weihnachtsmannmützen an stuhllehnen und auf köpfen. sobald es dunkel geworden war, gab es heiße getränke, canelazo, kakao, tee und einen plätzchenteller, der aus ecuadorianischem gebäck besteht, was zu unserer überaschung sehr appetitlich war. außerdem gibt es vier kerzen, die bescheiden angeordnet auf dem tisch stehen und eine compilation aus kitschigen weihnachtsliedern. so versuchen wir diesen ersten advent so gut es geht zu zelebrieren, auch wenn es sicher nur ein versuch sein wird, schließlich wird besinnlichkeit am äquator sowieso nicht besonders groß geschrieben. einen gebührenden abschluss findet dieser halbwegs besinnliche sonntagabend dann mit dem obligatorischen tatort im internet
heute ist nicht nur der erste advent sondern auch noch ein anderer wichtiger tag, vor allem für die ecuadorianer. heute ist der tag der volkszählung, censo genannt. praktisch gesehen bedeutet das für ALLE: ausgangssperre bis sechs uhr, alkoholverbot und aussagepflicht. heute mittag erschienen an der tür zwei junge schülerinnen, die uns allerhand fragen stellten über sehr interessante themen. hier ein auszug:
würden sie ihre hautfarbe als weiß beschreiben? aus welchem material ist dieser boden? wie viele glühbirnen befinden sich in dieser wohnung? was für wasser trinken sie? haben sie ein handy? volkszählung erfolgt hier eben über persönliche befragung mit zettel und stift. was die anderen einwohner der stadt heute gemacht haben kann ich nur anhand der aktivitäten unserer unmittelbaren nachbarn erahnen, welche laut musik hörten, putzten oder schon längst fällige reparaturen am haus erledigten. wenn man einen tag lang gezwungen wird zu hause zu bleiben muss man sich eben einiges einfallen lassen. ich jedenfalls habe dieses und jenes auf meiner sich immer wieder wie von geisterhand füllenden und somit nie endenden to-do-liste abgehakt.
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