auf den samstag folgte jener sonntag, an dem ein intensiv aktiver ausflug nach mindo geplant war. in den frühen morgenstunden saßen wir bereits im bus richtung norden wo die nebelwälder mindos ihre pforten für uns öffneten. zunächst war ich beeindruckt vom imposanten kleinstadtcharme mit dem sich mindo präsentierte. freundliche gesichter, offene augen, kleine geschäfte und ein gemisch aus abenteuer und ruhe in der luft.
nach einiger beratung entschlossen wir uns die umgebung vorerst ohne professionelle begleitung zu erkunden, jedoch entpuppte sich der taxifahrer, der uns in den wald fuhr, als äußerst sympathischer und kompetenter berater in allen fragen der sehenswürdigkeiten. somit hatten wir nun doch einen begleiter, der uns abholte, hinfuhr, erwartete und wieder zurückbrachte, während wir in kurzer zeit alles zu sehen versuchten was es zu sehen gab. zuallererst glitten wir in einer art seilbahn über eine kurze strecke des waldes, einmal hin, einmal zurück. das war der anfang und es ging weiter mit einer wanderung zur nahegelegenen badestelle am wasserfall. dort waren einige badelustige in ihrem element, während wir für derartige aktionen nicht ausgerüstet waren, wobei das wetter auch nicht das beste war, sodass es keinen verlust zu melden gab. der wasserfall war besiedelt von lebensmüden halbwüchsigen mit hang zur adrenalinsucht. einige ließen sich festgeklammert an einem seil inmitten des wasserfalls den berg hinunter, konzentrierten sich einen augenblick und sprangen in den fuß des wasserfalls. das spektakel war unterhaltsam mit anzusehen und von weitem sah es sicher weniger waghalsig aus als aus der spürbaren nähe.
nach dieser rein visuellen erfahrung folgte für uns die haptische, denn nun waren kräfte und mut gefragt. zum glück waren beide an diesem tag gut gelaunt und bereit etwas zu erleben. was folgte nennt sich canupi und wir machten eine ganze canupi-tour in einem canupi-park. zur erklärung: der abenteuerlustige tourist lässt sich an einen festen gurt um die hüfte schnallen, zieht handschuhe an, wird an ein seil langes seil gebunden, dass über eine schlucht des nebelwaldes führt und gleitet zwischen einhundertfünfzig und fünfhundert meter über den abgrund hinweg. dabei gibt es natürlich einiges zu beachten, bespielsweise die körperhaltung, die art des bremsen, nämlich mit einer hand auf dem oberen seil, und schließlich die orientierung nicht zu verlieren. dies kann schnell passieren, wenn man diese übung kopfüber absolviert aber das war es wert. der ausblick ist gigantisch, nur nicht für menschen mit höhenangst, für alle anderen ist es unvergesslich. ich fand es atemberaubend aufregend, denn wir durchquerten quasi nur per seil eine große fläche des geländes. was der sache nicht besonders zuträglich schien, war der strömende regen, der uns einige stunden hartnäckig verfolgte und sich mühe gab besonders stark zu sein. so waren wir nach dieser flugtour durchnässt und erschöpft aber dennoch furchtbar euphorisiert vom nervenkitsel.
eine stärkung war bitter nötig und wir nahmen arepas in einem schlichten lokal nahe der busstation zu uns. weil noch zeit übrig blieb, entschlossen wir uns das schmetterlingshaus in mindo zu besuchen, welches außerdem diverse kolibris beherbergte. viel gibt es davon nicht zu berichten außer, dass dort offensichtlich viele verschiedene schmetterlinge hausen. fliegende gehören nicht zu meinen favorisierten tieren. was mir auffiel ist, dass es musik in den häusern gab und ich schätze den schmetterlingen gefiel das, würde es mir auch.
danach war es zeit mindo zu verlassen und wir stiegen gemächlich in den bus, um nach uns nach hause fahren zu lassen. der nächsten tage waren schwierig, denn all der regen und die anstrengung schienen meinen körper geschwächt zu haben. außerdem war offenbar eine kulinarische angelegenheit kein vergnügen für meinen magen, doch was es im einzelnen war, ist bis heute nicht bekannt geworden. schließlich war es kein drama und ging schnell vorbei, offenbar gehört das ja dazu.
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