dass banos sehenswert ist, wurde mir sowohl in deutschland als auch hier in ecuador mehrfach ans herz gelegt ausdrücklich betont aber das habe ich nicht erwartet. ich hatte ja keine ahnung, wie das eben ist, wenn man etwas nicht kennt. also sind wir mit offenen augen und ohren am letzten samstag aufgebrochen, um zu sehen WIE schön banos wirklich ist. allerdings mussten wir vor der abfahrt noch eine regendurchflutete fahrt durch quito durchstehen und als das taxi im wasserfallartigen regen am busbahnhof ankam, gab es kein zurück, wir mussten aussteigen und wir taten es. von aussen gesehen war es vermutlich ein filmreifes bild, denn fünf junge leute sprinteten mit riesen rucksäcken über den vorplatz vom quitumbe, es platschte, peitschte und rutschte.
nach der dreieinhalb stündigen busfahrt betraten wir in banos sonnigen boden und schon am busbahnhof eine kulisse, die schlecht mit einfachen worten zu beschreiben ist. intensivste farben umringt von unglaublich hohen bergen, denn banos liegt wie eine perle in einer grünen schale aus wäldern und wasserfällen. ich war beinahe auf anhieb verliebt in die kleinen straßen mit den vielen schönen lädchen und dem traumhaften schmuck darin. nach unserer ankunft schlenderten wir zuerst durch die stadt und saugten das besondere flaire auf, dass sich leicht auf die brust legt und man scheinbar hingerissen wird ohne sich wehren zu können. das möchte man auch gar nicht, man möchte eintauchen und mitspielen. es ist ruhig ohne unbelebt zu wirken, es ist lebendig ohne hektisch zu sein, es ist wunderschön ohne dem kitsch zu verfallen. es ist wie es ist, authentisch und liebenswert. nach dem sammeln der ersten eindrücke gab es ein abendessen in einem ebenso liebenswerten wie guten restaurant mit dezenter weihnachtsbeleuchtung und zuvorkommendem personal. als nachtisch gab es erdbeeren im schokomantel vom schokobrunnen und wir waren seelig. abends war banos noch beeindruckender, dort waren so viele rote und organgefarbene licher in den straßen, es wirkte warm und einladend. die nacht war jung und wir nur mäßig müde, also zog es uns in eine nahegelegene bar für ein kleines bier um den abend abzurunden. wir saßen im dritten stock einer sozusagen hausbar und schauten vom balkon auf die lebendige straße an einem samstag abend in banos.
eigentlich sollte der abend nach diesem barbesuch ein ende finden, allerdings ließ sich die stimmung nicht in die gewünschte richtung kippen und so zogen wir weiter. schließlich landeten wir in einer weiteren bar, diesmal nur mit weniger leuten, dafür aber mit lauterer musik. wir nutzen die happy hour und ließen uns von den offenen mitarbeitern gut behandeln, denn auch bei ihnen war die gute stimmung durch scheinbar nichts zu ändern. nach einer kurzen aufwärmphase füllte sich der kleine raum und es wurde viel und ausgelassen getanzt. es gab endlich einmal die gelegenheit über einen längeren zeitraum hinweg spanisch zu sprechen und am ende schaute ich auf die uhr und es war definitiv für uns alle zeit zu gehen. zu später stunde also verließen wir immer noch in bester stimmung das ambiente und machten uns auf den weg ins hostal. nur der spielplatz auf dem weg hinderte uns am weitergehen, denn ein ecuadorianischer spielplatz mitten in der nacht konnte nicht unbenutzt dort stehen gelassen werden. also wurde gerutscht, geklettert, fotografiert und gerannt während wir uns in kindlichen albernheiten verloren. es hat sich gelohnt, denn diese nacht mit all ihren kuriositäten und besonderen momenten sorgte vor allem am frühstückstisch am nächsten morgen für herzhaftes gelächter.
sichtlich verschlafen und übernächtigt verließen wir also gegen vormittag das hostal, um eine wasserfalltour zu unternehmen. allerdings waren wir uns alle nicht sicher ob unsere kräfte ausreichten aber wir waren gewillt es darauf ankommen zu lassen. in banos gibt es eine lange reihe an verschiedensten sprotlichen aktivitäten, die wir dieses mal nicht nutzen aber es wird ein nächstes mal geben, dann ohne übernächtigung und müden augen. schließlich stiegen wir wieder hintern auf einen geländewagen und ließen den wind wehrlos auf unsere haare wirken. es gab drei wasserfälle zu sehen, wenn ich mich richtig erinnere und wir hatten unseren spaß. besonders eine fhrt in einer gondel über einem gigantischen wasserfall war mit einigen "ohs", "ahs" und"wuhuuuus" verbunden. nach einigen wenigen stunden waren wir zurück vom vielen fallenden wasser und nutzen die letzte zeit vor der abfahrt natürlich für diverse einkäufe, in meinem fall vornehmlich schmuck. gegen fünf mussten wir uns allmählich vom über alle maße reizenden banos verabschieden. der bus startete und einige letzte blicke streiften über eine verregnete und gleichzeitig sonnendurchflutete kleinstadt in ecuador. die rückfahrt beeinhaltete noch eine kleine überraschung, denn uns begleitete einige minuten lang ein grandioser sonnenuntergang. spät am abend kamen wir im taxi zu sechst wieder in cumbayá an und konnten gerade noch abwehren und vom fahrer betrügen zu lassen.
banos scheint mir bisher eines der highlights dieser noch jungen reise zu sein, die am heutigen tag ihr vierwöchiges feiern kann. sicher ist, dass ich wiederkommen werde, was genug über meine eindrücke dort sagt.
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