28. oktober 2010 - 29. juli 2011

Montag, 8. November 2010

abenteuerlich-entspannend-sehenswert


beinahe unmittelbar nach meine ankunft in ecuador ließen sich fünf praktikanten dazu hinreißen eine abenteuerliche reise in die untiefen des regenwaldes zu unternehmen. infolge der, heute bereits, gewohnt turbulenten und nahezu todesmutigen busfahrt erreichten wir das beispiellose tena. nach einem deliziösen abendessen inmitten dieser einladend beleuchteten kleinstadt, fanden wir den weg in unser stickiges hostelzimmer mit blick auf nichts. die nacht war heiß, laut und trug eine akustische untermalung des ventilators, der sich dazu überreden ließ mich gelegentlich zu streifen.


so erwachten ich am nächsten morgen in einer ungeheuer liebenswerten stadt mit würmern in der dusche und der aussicht auf etwas unbekanntes und aufregendes. nach einem frühstück im vorbeigehen stiegen wir in beziehungsweise auf einen rüstigen geländewagen, der den dschungel als ziel hatte. in meinem fall war es das AUF und die haare flogen, die wangen zitterten, die hände krampften sich an die wenigen festhaltemöglichkeiten, die beine suchten sich ihre freiheit so gut es ging, die stadt zog schnell an mir vorbei und es war ein riesengroßer spaß. es gab immer weniger häuser und menschen zu sehen, die straße wurde einfacher und das grün instensiver. mit durchwehter miene stiegen wir nach einer einstündigen fahrt von der ladefläche des wagens und wurden unvermittelt in ein motorbetriebenes boot mit sitzbänken für kleine leute umgeschichtet. ich saß ganz vorne und ließ mir den fahrtwind schmecken, während sich die aussicht immer atemberaubender zeigte. das umständliche und wackelige aussteigen aus dem boot war amüsant und ist verletzungen über die bühne gegangen.

angekommen inmitten von palmen, wilden streuchern und einem aufgeweckten hahn, ließ es sich als erstes in den hängematten wunderbar entspannen und auf die säuberung der zimmer warten. unsere ankunft war mit der zentrale äußerst schlecht abgesprochen und aus der entspannungsphase nach dem ankommen wurden stunden des wartens, denn offenbar hatten die verantwortlichen keinerlei hnung von unserer existenz. schließlich wurden jedoch alle hindernisse aus dem weg geräumt und wir konnten unsere dchungelappartments beziehen. diese sind übersichtlich zu umschreiben: ein sechs ecken, ein bad, betten, eine hohe decke mit viel platz für diverse fliegende sowie krabbelnde tiere und einige kerzen.

am selben tag noch unternahmen wir eine regenwaldtour unter der leitung eine guides, der uns erst in die welt der zahlreichen pflanzenarten einführte und im anschluss in zu einer eingeborenenfamilie lenkte, die dort inmitten des ecudorianischen regenwaldes zusammen mit der natur lebt und arbeitet. so ging langsam der erste tag im dschungel zu ende. zum abendbrot gab es spaghetti bolognese und, wie es sich für einen solchen ort gehört, die ganze nacht eine unvergleichbare geräuschkulisse mit jeder menge absurditäten und beinahe unmöglichem.

der kommende 1. november sollte ein besonders aufregender tag werden, denn es war großes geplant. nach dem frühstück gab es eine expedition in den amZOOnico, eine art auffangstation für verwundete, aggressive, hilflose oder verwahrloste tiere, die dort ein neues zu hause finden und von meist reiwilligen helfern aus alle welt versorgt werden. viele dieser tiere sind aus den verschiedensten gründen nicht mehr fähig allein im dschungel zu überleben. es gab einiges zu sehen: diverse affen, papageien, reisenschlildkröten, ein krokodil, viele viele vögel, eine wildkatze und und und... nach diesen tierischen angelegenheiten lernten wir mithilfe einer sechsstündigen tour kennen, was es heißt im regenwald zu sein. gummistiefel zum schutze halfen enorm durch bei der beispiellosen wanderung durch, über und auf all den wegen, die die natur zu bieten hat. der guide legte eine straffes tempo vor und die mannschaft versuchte im strömenden regen so gut es ging zu folgen. ich schätze es war ähnlich einer übung bei der bundeswehr aber sehr abenteuerlich und aufregend. konditionell zumindest wurde uns alles abverlangt aber es war die mühe wert, denn die bilder und eindrücke waren nur auf diese weise zu erwischen. völlig erschöpft und ausgebrannt fanden wir dennoch im anschluss die kraft uns auf wasserrreifen zu schwingen. von weitem war es ein reißender strom, den wir in begriff waren zu überqueren, tatsächlich fühlte es sich an wie entspanntes treiben bei leichtem wellengang aber gelacht und gekrischen wurde dennoch ausgiebig. man könnte annehmen der tag hätte hiermit ein gelungenes ende gefunden. weit gefehlt. ein geplanter und ein ungeplanter programmpunkt folgte zusätzlich. geplant war ein schamane, der bei dunkelheit und mit viel pathos eine spirituelle reinigung durchwuschelte. ich fühlte mich wenig gereinigt, eher vom rauch seiner pfeife geräuchert aber wer weiß, vielleicht braucht eine solche reinigung ihre zeit, um sich zu entfalten. vermutlich aber ist der spirituelle funke nicht übergesprungen. der ungeplante programmpunkt war die tarantel in unserem zimmer, die, zu belustigung der einheimischen, alle in aufruhr versetzte. sie wurde nach eingängiger beobachtung und dokumentation aber schließlich entfernt und so blieben nur die fledermaus und der falter, neben den vielen kriechtieren versteht sich. ich dieser letzten nacht schlief ich besser als in der vorherigen.

mit schamanenrauch in den haaren und viel sonne begann der letzte tag im dschungel und der aktivitätsplan sah theoretisch eine bootstour vor, die in der praktischen ausführung eine abfolge aus ständigem ein- und aussteigen bedeutete. wir schipperten über den napo immer mit der mittagssonne über uns, was im besonderem mir, schnell zum verhängnis wurde. ein highlight dieser fahrt war das picknik, dass wir am steinstrand einnahmen: sehr schmackhafter nudelsalat drapiert auf einem frisch gepflügten bananenblatt und einer apfelsine zum nachtisch.
zur erfrischung sprangen wir als abschluss noch einmal in den fluss und waren eigentlich auch schon wieder auf dem weg nach tena, natürlich mit dem motorboot.

gegen abend in tena angekommen nahmen wir ein abendessen zu uns und mussten nach all der aufregung und zusammen mit der erschöpfung schnell schlafen gehen. der nächste morgen gestaltete sich mückenzerstochen und träge, also schliffen wir unsere verbrannten arme in den bus richtung quito.

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